Kren/Meerrettich und zwischenmenschliche Konflikte »
By Prof. Wurst on Aug 31, 2008 in Beilagen, Brot & Gebäck, Geschichten | 0 Comments
Wie (fast) alle Österreicher/Bayern und Deutsche wissen, gibt es bei dieser scharfen Beilage sprachliche Unterschiede. Die meisten Berliner werden mit dem Wort “Kren” nichts anfangen können und der größte Teil der Salzburger nichts mit dem Wort “Meerrettich”.
Zu den sprachlichen Wurzeln der beiden Wörter gibt es folgendes zu sagen: Meerrettich hat nach Heinrich Marzell, deutscher Botaniker *1885 +1970, tatsächlich mit dem Meer zu tun hat. Meerrettich ist für ihn “der über das Meer gekommene Rettich”, was auch die Tatsache unterstützt, dass Meerrettich auch an Meeresküsten wächst. Laut etymologischen Duden ist die Meinung von Marzell eine spätere Umdeutung. Meerrettich ist, laut Duden, ganz einfach ein “größerer Rettich”. Der Wortteil “meer” ist eine Verwandlung von “mehr” in Sinne von “groß”, wie es im Althochdeutschen verwendet wurde. Und das Wort Kren, das in Österreich und Bayern verwendet wird, ist ganz einfach ein Lehnwort aus dem slawischen Sprachraum. Der Wortstamm kommt vom slawischen “krenas” - was soviel wie Weinen, Greinen, Flennen bedeutet.
Kren/Meerrettich ist nicht nur für Schweißperlen auf der Stirn und Atemnot verantwortlich, sondern auch für zwischenmenschliche Konflikte, wie folgende (wahre) Geschichte veranschaulicht:
Es war einmal ein Tiroler und eine Berlinerin, die sich kennen und lieben gelernt haben - Frau Berlin und Herr Tirol*. Kurz nach der Hochzeit, es war in der Osterzeit, besuchten beide die Eltern von Herrn Tirol. Zu Ostern ist es Brauch im Tiroler Land Geselchtes (=Geräuchertes) mit Kren zu essen. Frau Berlin fragte beim Essen, was denn das da in dem Glas sei - so gerieben schaut es fast aus wie Parmesan. Daraufhin Herr Tirol: “Das ist Kren.” Frau Berlin konnte als Deutsche nichts mit diesem Wort anfangen. Also machte Herr Tirol den Vorschlag, sie soll doch einmal daran riechen, dann weiß sie sicher was das für eine Köstlichkeit ist. Gesagt getan, nahm Frau Berlin das Glas, steckte die Nase ins Glas und roch daran. Dummerweise nicht nur ein bißchen, sondern recht kräftig. Weiter lesen…








Gastautoren gibt es hier ebenfalls. Artikel die unter “Prof. Wurst et al.” abgelegt sind wurden in Kooperation mit Fachleuten aus bestimmten Gebieten, wie Kunst, Wurstproduktion, Geschichte, Literatur, usw. geschrieben. “et al.” ist lateinisch und ist eine Abkürzung für “und andere”. Ausgeschrieben schaut das so aus: et alii (Maskulinum), et aliae (Femininum), et alia (Neutrum). Vor allem in akademischen Publikationen ist das Standard. Klar, dass wir das hier in der Wurstakademie anwenden.
Bei diesem Punkt möchte ich noch gerne Moltke zitieren, der im Gebiet der Unternehmensstrategie immer noch aktuell ist und der mich an der Uni Innsbruck am Unternehmensführungsinstitut bei Hinterhuber ständig “begleitete”. Dieser sagte schon 1871