Archiv für August, 2008

Kren/Meerrettich und zwischenmenschliche Konflikte »

Wie (fast) alle Österreicher/Bayern und Deutsche wissen, gibt es bei dieser scharfen Beilage sprachliche Unterschiede. Die meisten Berliner werden mit dem Wort “Kren” nichts anfangen können und der größte Teil der Salzburger nichts mit dem Wort “Meerrettich”.

Kren in Österreich/Bayern, Meerrettich in DeutschlandZu den sprachlichen Wurzeln der beiden Wörter gibt es folgendes zu sagen: Meerrettich hat nach Heinrich Marzell, deutscher Botaniker *1885 +1970,  tatsächlich mit dem Meer zu tun hat. Meerrettich ist für ihn “der über das Meer gekommene Rettich”, was auch die Tatsache unterstützt, dass Meerrettich auch an Meeresküsten wächst. Laut etymologischen Duden ist die Meinung von Marzell eine spätere Umdeutung. Meerrettich ist, laut Duden, ganz einfach ein “größerer Rettich”. Der Wortteil “meer” ist eine Verwandlung von “mehr” in Sinne von “groß”, wie es im Althochdeutschen verwendet wurde. Und das Wort Kren, das in Österreich und Bayern verwendet wird, ist ganz einfach ein Lehnwort aus dem slawischen Sprachraum. Der Wortstamm kommt vom slawischen “krenas” - was soviel wie Weinen, Greinen, Flennen bedeutet.

Kren/Meerrettich ist nicht nur für Schweißperlen auf der Stirn und Atemnot verantwortlich, sondern auch für zwischenmenschliche Konflikte, wie folgende (wahre) Geschichte veranschaulicht:

Die Originalnase von Frau BerlinEs war einmal ein Tiroler und eine Berlinerin, die sich kennen und lieben gelernt haben - Frau Berlin und Herr Tirol*. Kurz nach der Hochzeit, es war in der Osterzeit, besuchten beide die Eltern von Herrn Tirol. Zu Ostern ist es Brauch im Tiroler Land Geselchtes (=Geräuchertes) mit Kren zu essen. Frau Berlin fragte beim Essen, was denn das da in dem Glas sei - so gerieben schaut es fast aus wie Parmesan. Daraufhin Herr Tirol: “Das ist Kren.” Frau Berlin konnte als Deutsche nichts mit diesem Wort anfangen. Also machte Herr Tirol den Vorschlag, sie soll doch einmal daran riechen, dann weiß sie sicher was das für eine Köstlichkeit ist. Gesagt getan, nahm Frau Berlin das Glas, steckte die Nase ins Glas und roch daran. Dummerweise nicht nur ein bißchen, sondern recht kräftig. Weiter lesen…

Die billige Würstlzange »

Hier beginnt die Suche nach der perfekten Würstlzange. In mehreren Beiträgen kommen wir dann schlussendlich bei der perfekten Würstlzange an, die den Stempel “von der Wurstakademie empfohlen” tragen darf.

Die Würstlzange von Metro - originalverpacktBei Metro habe ich mir vor kurzem einen Pack Würstlzangen gekauft. Die Packung enthält 3 Würstlzangen aus Holz und ist zum Preis von € 2,39 zu haben. Die Zangen schauen ja prinzipiell nicht so schlecht aus, aber man sieht gleich, dass es sich um Massenware pur handelt. Wo die Zangen produziert werden ist nicht ersichtlich, aber ihnen haftet ein Hauch von China-Trash an.

Die Metro-Würstlzange technisch abgebildetNun zum technischen Teil: Die Zangen sind alle gleich lang, nämlich 40cm, und gerade. Der Winkel der Würstlzange ist mit 14° in der Norm. Sie liegt zwar wie ein Brett in der Hand, aber sie erfüllt ihren Zweck, die Würstl ohne sich zu verbrühen/verbrennen aus dem Topf oder vom Grill zu holen. Die 4 Rillen auf jeder Zangenhälfte sind aber nicht wirklich sinnvoll. Schaut zwar nett aus, aber man hätte sich das bei der Produktion sparen können, denn die Hebelwirkung bei einer 40cm-Zange reicht aus, um das Würstl fest im Griff zu haben. Das Holz schaut aus wie Buche, ist es wahrscheinlich auch, allerdings steht das leider nirgends.

Hier noch einige Fotos und Detailansichten der Würstlzangen:

Die Metro-Wurstzange von vorne Die gleiche Zange von hinten Detailaufnahme der Rillen am Zangenende Weitere Detailansicht von den Rillen Detailansicht vom geleimten Ende der Wurstzange

Ich werde diese Würstlzange in den kommenden Wochen ausgiebig testen und euch dann berichten, ob meine Erwartungen an diese Billigwürstlzange, die nicht allzu hoch sind, übertroffen worden sind oder nicht.

Links zum Beitrag:
+ Metro Österreich
+ Metro Deutschland
+ Das Hebelgesetz

Otto von Bismarck über die Wurst »

Otto von Bismarck„Je weniger die Leute wissen,
wie Würste und Gesetze gemacht werden,
desto besser schlafen sie!“

Otto von Bismarck
(*1815, +1898)

Was Bismarck damals schon erkannte gilt auch noch für heutige Zeit, sei es in der Würstlwelt als auch in der politischen Welt. Das Problem heutzutage ist nur, dass man durch die heutigen Informationskanäle - sei es Print oder Online - zwangsweise mitbekommt, wie Gesetze gemacht werden und wie es in der Fleischindustrie zugeht.
Es gibt einige Politiker die Gesetze machen bzw. zu ihren Gunsten umändern und Wähler betrügen - das kann man fast täglich nachlesen. Und genauso gibt es unter Wurstproduzenten schwarze Schafe, die nur den Profit und die Quantität im Auge haben und nicht die Qualität und Kundenzufriedenheit. Dazu schreibe ich aber gar nicht mehr, denn ich denke, dass sich da jeder selber seine Gedanken machen kann und sicher auch schon gemacht hat.

Links zum Beitrag:
+ Otto von Bismarck
+ Otto von Bismarck-Bildergallerie
+ Die schwarzen schafe der Fleischindustrie: Gammelfleisch-Skandal
+ Die schwarzen Schafe der Politik: auf Wikipedia, auf Spiegel.de

Quelle: Wikipedia ist Quelle vom Bismarck-Bild, es stammt von Evert A. Duykinck, A Portrait Gallery of Eminent Men and Women of Europe and America, with Biographies. New York: Johnson, Wilson and Company, 1873.

Zum ersten Mal hier in der Wurstakademie? Erste Infos zu unserem Wurstblog. »

Worum geht es hier genau?

Die Wurst ist vor allem im deutschsprachigen Raum Fastfood der ersten Stunde. Bevor es die allseits bekannten Fastfoodkonzerne wie McDonald’s, Burger King, Subway, Kentucky Fried Chicken und Kebap- und Pizzaschnittenstände gab, war die Wurst mit ihren Würstlständen vor Ort und gab den Menschen die Möglichkeit “auf die Schnelle” den Hunger zu stillen. Leider ging das in den letzten Jahren unter und die Wurst bekam mächtige Konkurrenz. Auch deshalb starteten wir die “Wurstakademie” - um den Menschen Wissen rund um die Wurst zu “schenken”, damit die Verbundenheit zur Wurst nicht unter geht. Wir denken nicht, dass es nur Wurstlokale und Würstlstände geben sollte, nein, in der Vielfalt liegt die Würze - aber die Wurst sollte wieder den Stellenwert bekommen, den sie verdient - als Fastfoodtrendsetter und Wegbereiter für die großen Fastfoodkonzerne. Ein Würstl an einem guten Würstlstand oder in einem Lokal zu essen, sollte man genießen und als Kult sehen und nicht nur Mittel zum Zweck sein, den Magen zu füllen. Wissen zu erlangen über etwas, was so selbstverständlich erscheint, ist wichtig und notwendig, um nicht nur ein Produkt unter vielen anderen zu sein. Deshalb gibt es diese Seite!
Hier in diesem Wurstblog geht es um Wurstwissen und Wissen, welches damit zusammenhängt,  sei es Senf, Beilagen,  Literatur, Geschichtliches, Lustiges, notwendige Utensilien usw. oder einfach nur um die Beantwortung von Fragen rund um die Wurst, wie z.Bsp. Warum die Wurst immer schief geschnitten wird oder auch nur, welche die perfekte Siedetemperatur ist.

Fotos

Wie ihr sicher gleich bemerkt habt bzw. bemerken werdet, kann man fast alle Fotos in den Artikeln anklicken um sie zu vergrößern. Jedes Foto, das eine kleine Lupe enthält, kann man so vergrößern.
(Hinweis: Alle Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Mehr dazu im Impressum unter dem Punkt “Fotos”.)

Gastautoren

Das Werkzeug der SchreiberGastautoren gibt es hier ebenfalls. Artikel die unter “Prof. Wurst et al.” abgelegt sind wurden in Kooperation mit Fachleuten aus bestimmten Gebieten, wie Kunst, Wurstproduktion, Geschichte, Literatur, usw. geschrieben.  “et al.” ist lateinisch und ist eine Abkürzung für “und andere”. Ausgeschrieben schaut das so aus: et alii (Maskulinum), et aliae (Femininum), et alia (Neutrum). Vor allem in akademischen Publikationen ist das Standard. Klar, dass wir das hier in der Wurstakademie anwenden.
Wenn du Gastautor werden willst, kein Problem. Uns einfach über das Kontaktformular kontaktieren (Betreff: “Ich will Gastautor werden” auswählen) und mal anfragen.

Kommentare

Kommentare kann und soll jeder Leser schreiben, der zu einem bestimmten Beitrag etwas zu sagen hat. Wir freuen uns über viele Kommentare, die dazu beitragen, dass die Wurstakademie wächst und das Wissen weiter verbreitet wird.

Die Zukunft der Wurstakademie

Im Moment gibt es die Wurstakademie “nur” Online als Wurstblog. Über mögliche Richtungen, mögliche Wege und mögliche Kooperationen machen wir uns natürlich schon so unsere Gedanken. Markenrechtlich ist auf alle Fälle vieles möglich und auch abgesichert - man weiß ja im Vorherein nie, welche Türen plötzlich auftauchen und sich öffnen (lassen). Auf alle Fälle hat mit dem Onlinestellen der Wurstakademie-Seite ein interessanter und spannender Weg begonnen.
Der Nebel der UngewißheitBei diesem Punkt möchte ich noch gerne Moltke zitieren, der im Gebiet der Unternehmensstrategie immer noch aktuell ist und der mich an der Uni Innsbruck am Unternehmensführungsinstitut bei Hinterhuber ständig “begleitete”. Dieser sagte schon 18711:

“Es kommt darauf an in lauter Spezialfällen die in den Nebel der Ungewißheit gehüllte Sachlage zu durchschauen, das Gegebene richtig zu würdigen, das Unbekannte zu erraten, einen Entschluss schnell zu fassen und dann kräftig und unbeirrt durchzuführen.”
Und weiter:
“In diesem Nebel der Ungewißheit aber muss wenigstens eins gewiß sein - der eigene Entschluss…”

  1. Quelle: Moltke-Zitate: H. v. Moltke, Militärische Werke, 2. Band, 2. Teil, S. 172 und 192, 1871