“Armes Würstl” - Wurst nur für Arme?
Von Prof. Wurst am Okt 22, 2008 in Dies & Das
Wenn man sich die Preise für Würstl ansieht, merkt man gleich, dass es gewaltige Unterschiede gibt. Nehmen wir beispielsweise ein Paar Frankfurter/Wiener. In Lokalen bzw. bei Würstchenständen gibt es sie ab € 2,50. Das teuerste Paar Frankfurter/Wiener habe ich in einem Cafe in Salzburg gegessen - um sage und schreibe über € 7,00. Bei Schickimicki-Veranstaltungen wird man wohl noch tiefer in die Taschen greifen müssen.
Wie man sieht, werden Würstel quer durch alle Alters-, Bildungs- und Einkommensschichten gegessen; deshalb verwundert mich die Tatsache, dass in letzter Zeit die Wurst oft als Zeichen von Armut dargestellt wird:
Letzte Woche ist mir beim Zeitschriftenhändler das Cover von der Zeitschrift Format1 aufgefallen. Auf dem Titelblatt ist ein Würstchen mit Senf abgebildet und darüber in großen Lettern: “Magere Zeiten“. Keine Frage, viele Börsianer und Finanz”gurus” werden wohl in nächster Zeit keine Steaks mehr essen, aber muss das Hauptobjekt meiner Studien als Symbol für den Abstieg in die Armut verwendet werden? Unglaublich!
Und dann ist mir noch eine Einladung der Wiener Band Rokitansky2 zu ihrer CD-Präsentation in die Hände gefallen. Auf der Einladung muss die Wurst bedauerlicherweise wieder als Zeichen der Armut dienen. Auf alle Fälle wird ein Wustakademie-Student bei der CD-Präsentation dabei sein und Rokitanskiy vielleicht überzeugen können, dass die Wurst zu Höherem geboren ist.
Und überhaupt, wie wär’s mit einem Wurst-Song - sozusagen als Zeichen des Lernfortschritts?!
Dass man die Wurst nicht als “Armen-Essen” abspeisen kann und soll, geht auch klar aus der Studie “Wie häufig essen Sie persönlich Wurst” von statistica.org hervor. Ausgewählt habe ich das Nettoeinkommen der befragten Personen. Sowohl Personen mit einem Nettoeinkommen von bis zu €500,00 als auch Personen mit einem Nettoeinkommen über €4000,003 essen ziemlich konstant gleich häufig Wurst. Aber seht euch die Statistik mal selbst an:

Hier gehts zur interaktiven Statistik auf statisika.org4
Da soll noch mal wer sagen, Würstel essen tun nur die Armen! Sie werden von Reichen wie von Armen gleichermaßen genossen. Man kann sogar fast sagen, dass die Wurst arme Menschen und reiche Menschen irgendwie verbindet…
Für die ganz Tüchtigen unter euch gibt es noch eine Fleißarbeit: Woher kommt der Begriff: „Armes Würstel“? Die Abgabe erfolgt im Kommentarbereich unten. Die besten Einträge werden natürlich extra belohnt…
- “Format” ist ein österreichisches Nachrichtenmagazin. Hier die Webseite von Format ↩
- Die CD-Präsentation ist am 27.10.08. Zur Webseite der Band Rokitansky, die ist sehr kreativ, muss ich zugeben! Und hier noch die MySpace-Seite von Rokitansky. ↩
- Ich gehöre leider noch nicht zu dieser Personengruppe. Aber was nicht ist, kann ja noch werden…
↩ - Dort kann man die Statistik auch nach Alter, Geschlecht und Familienstatus filtern… ↩





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