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Warum platzt die Wurst immer der Länge nach? »

Eine aufgeplatzte Pustakrainer - natürlich der Länge nach aufgeplatzt...Heute geht es wieder mal wissenschaftlicher zu an der Wurstakademie - nach diesem Artikel wird euch der Kopf rauchen. :-D Wahrscheinlich, nein ziemlich sicher, hast du dich auch schon öfter gefragt, warum eine Wurst immer der Länge nach aufplatzt - auf dem Foto rechts ist mir “versehentlich” ;-) eine Pustakrainer geplatzt, natürlich der Länge nach. Ab und zu passiert das, vor allem, wenn man nicht weiß, welche die ideale Temperatur zum Wurst erhitzen ist und die Würste aus diesem Unwissen heraus in kochendes Wasser gibt. Vor einiger Zeit habe ich den Wurststudenten Mike gebeten, sich diesem Thema zu widmen. Und nun war es soweit: Vor ein paar Tagen übergab er mir seine Arbeit. Diese will ich dir natürlich nicht vorenthalten und möchte sie hier zusammengefasst präsentieren! Und los geht’s:

Warum platzt die Wurst immer der Länge nach? Erhitzen wir eine Wurst, so steigt klarerweise der Innendruck (pi). Da Druck die Kraft pro Flächeneinheit ist, auf die sie wirkt, können wir die wirkenden Kräfte ermitteln.

Der Innendruck steigt beim Erhitzen der Wurst

Diese Kräfte wiederum “ziehen” am Querschnitt der Wursthaut. Dies nennt man Spannung. Wird genau diese Spannung größer als die zulässige Spannung der Wursthaut, dann wird diese reißen! Und nun schauen wir uns auf der linken Seite an, wie die Kräfte und Spannungen in Längsrichtung auf ein Wurstrad wirken und auf der rechten Seite wie sie in Querrichtung auf ein Wurstrad wirken:

So wirken Kräfte und Spannungen in Längsrichtung auf ein Wurstrad th_wurst-platzt-laengs-3.jpg

Und das leiten wir nun ab. In Formeln ausgedrückt schaut das nun so aus: Weiter lesen…

Steglitzer Kultimbiss wird heute 60 Jahre & 2 Tage alt! »

Das Gründerehepaar Mosgraber vor ihrem "Zur Bratpfanne"-WurststandSchlendert man durch die Steglitzer Schlossstraße in Berlin, so fällt auf, dass die großen Shoppingcenter sowie weltbekannte Coffee- und Fastfoodketten im Franchise-System das aktuelle Bild und die Stimmung beherrschen. Nur noch wenige kleine und mittelständische Berliner Traditionsbetriebe haben es bis heute geschafft, ihre Position und Berechtigung an diesem Standort zu verteidigen. Eines dieser Unternehmen ist „Zur Bratpfanne“, wie kann es anders sein - ein Wurststand. Am vergangenen Montag (16. November) wurde der 60er ganz schön groß gefeiert! Am Hauptstandort Schlossstrasse Ecke Kielerstraße in Berlin Steglitz gab es für Kunden ein ganz besonderes Zuckerl Würstchen: von 10 bis 1 Uhr gab es Pommes und Currywurst zu je 60 Cent, also einem Cent pro Jubiläumsjahr. Ihr könnt euch vorstellen, dass dort Das Logo vom Steglitzer Kultimbiss "Zur Bratpfanne" - gelungen, finde ich!Hochbetrieb herrschte - aber der herrscht dort ja ehrlich gesagt täglich. „Wir bedanken uns damit insbesondere bei den langjährigen Kunden“, so Inhaber Matthias Mosgraber.

Und ein Geschenk machte sich Mosgraber selbst: Einen brandneuen, schönen Internetauftritt1.

Das Familienunternehmen wurde am 16. November 1949 von Günter Mosgraber gegründet. Schnell entwickelte sich der Verkauf von Würsten im Bauchladen zum Erfolgsmodell. Aus dem Bauchladen wurde ein Tapeziertisch, aus dem Tapeziertisch ein Holzstand, aus dem Stand ein Imbisscontainer und in Kürze entsteht ein ansehnlicher Pavillon mit Ruhezonen für Kunden und Passanten.
Andrang in Steglitz bei "Zur Bratpfanne" - Sie warten, sie küssen sich und sie genießen!Politiker, Schauspieler, Sportler und Künstler gehören ebenso zu den Kunden wie die Berliner von nebenan – alle sind gleich gern gesehen. Als 1990 Matthias Mosgraber in die Fußstapfen seines Vaters trat und das Familienunternehmen übernahm, war die Bratpfanne längst kein gewöhnlicher Imbiss mehr. Sie hatte über die Grenzen der Hauptstadt hinweg durch ihre einzigartige Qualität Kultstatus erlangt. Ob Currywurst mit oder ohne Darm, mit Pommes oder Brötchen – für jeden Appetit ist etwas im Angebot der Bratpfanne dabei. Der Inhaber ist stolz darauf, wie sich das Team die Beliebtheit bei den Kunden erarbeitet hat: „In regelmäßigen Abständen nehmen wir an Fortbildungsmaßnahmen teil, um sowohl handwerklich als auch technisch immer auf dem bestmöglichen Stand zu sein. Wir wollen nicht, das unsere Kunden zufrieden sind – wir wollen, dass sie Weiter lesen…

  1. Hier geht’s zum Internetauftritt von unserem Jubilar - mit allem Wissenswerten, das man als Wurstliebhaber über “Zur Bratpfanne” wissen sollte/muss.

Das Currywurst Museum in Berlin öffnet seine Pforten »

Das Logo des Berliner Currywurst MuseumHeute, den 15. August 2009 um 12:00 ist es endlich soweit! Das Deutsche Currywurst Museum in Berlin1 öffnet seine Pforten und macht Berlin somit um eine tolle Attraktion reicher.

Als ich allerdings die Eintrittspreise sah, konnte ich mir den Gedanken nicht verkneifen, dass es bei diesen satten Preisen sicherlich so manchem Currywurst-Fan schon vor dem Eintritt der Appetit vergehen könnte: Stolze 11,00 Euro werden pro Erwachsenem, 8,50 Euro für Studenten, Schüler ab 14 und Senioren an der Kasse fällig. Bei einer errechneten Verweildauer von 60 bis 90 Minuten 2 ist das ganz schön happig.

ABER: Wer drin ist, wird nahezu überwältigt von den zahlreichen Sinneseindrücken, die auf Auge, Ohr und Nase einströmen. Hier blubbert Ketchup, da duftet Curry, dort erzählen Prominente, wie So schaut das Currywurst Museum von innen aus...eine Currywurst für sie aussehen sollte. Das Themenspektrum ist breit, reicht von der Geschichte der Currywurst (an Herta Heuwer kommt dabei niemand vorbei) über die Gewürzkammer mit ihren Riechstationen bis hin zu ökologischen Aspekten der Currywurst. Dann kann der Besucher mal in die Rolle des Imbissbuden-Betreibers schlüpfen und sich ganz wie die drei berühmten “Damen vom Grill” fühlen. Und wer mag, der schaut die Dokumentation der Amerikanerin Grace Lee über “Best of the Wurst”3.

Abgerundet wird die Ausstellung in der Schützenstr. 70, dicht beim Checkpoint-Charlie, durch einen Museums-Shop und – demnächst – durch einen Imbiss. Aber Currywurst gibt es in Berlin-Mitte ohnehin an jeder Ecke. Die Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 22 Uhr.

Also ich gehe bei meinem nächsten Berlin-Besuch auf jeden Fall ins Deutsche Currywurst Museum, und ich freue mich jetzt schon darauf! - eh klar, oder?! :-)

Und wer sich schon vor seinem nächsten Berlin-Besuch über die Currywurst informieren will, bestellt sich am Besten das Currywurst-Buch von Marc Reisner… Übrigens, Marc, Danke für diesen Artikel ;-) !

UPDATE, am 23. Aug. 2009: Weiter lesen…

  1. Zur Webseite des Deutschen Currywurst-Museum mit allen Infos, die man als potentieller besucher braucht…
  2. Quelle: “Daten und Fakten” im Pressebereich des Onlineauftritts des Currywurst Museums
  3. Insider-Tipp für Wurstakademie-Studenten: Den Film kann man auch hier an der Wurstakademie sehen

26 Fragen zur Wurst - Schwierigkeiten am Würstelstand »

Diesen Dialog habe ich im Frühjahr im Standard gelesen1 und nun durch Zufall in der Standard-Onlineausgabe wiedergefunden. Daniel Glattauer2 hat uns freundlicherweise erlaubt, den Text auch hier zu veröffentlichen. Danke sehr - im Namen aller Wurstakademie-Besucher! Dieser Dialog darf einfach nicht im Archiv des Standard verstauben.

Ein typischer Wiener WürstlstandWer schon einmal Wien besuchte und bei einem echten Wiener Würstelstand, mit einem originalen Wiener  Wurstmann versteht sich, etwas bestellen wollte, hatte vielleicht die gleichen Schwierigkeiten wie Martin mit dem Wiener Slang und den vielen Entscheidungen, die da auf ihn zukamen. Der Wiener Dialekt wird ja von den meisten Nicht-Wienern - sowohl Deutsche, Schweizer als auch Österreicher von außerhalb Wien - wie eine eigene Sprache empfunden. Martin kommt aus Wels3 und wollte “eigentlich nur eine Currywurst bestellen”, wie er sagte.

Martin: “Bitte eine Currywurst.”
Wurstmann: “Wöchane Wurscht?”
Martin: “Eine Currywurst.”
Wurstmann: “Woidvierdler? Buren? Schoafe? Käsekrainer?”
Martin: “Äh, ah so, eine Käsekrainer, bitte.”
Wurstmann: “Aufschneiden? Zwa Höften? Im Gonzn?”
Martin: “Aufschneiden, bitte.”
Wurstmann: “Senf? Ketchup?”
Martin: “Ja.”
Wurstmann: “Wos? Senf? Ketchup? Beides?”
Martin: “Bitte Senf.”
Wurstmann: “Wöchan? Siaß? Schoaf?
Martin: “Einen süßen, bitte.”
Wurstmann: “Drauf oder daneben?”
Martin: “Äh, daneben, bitte.”
Wurstmann: “Schwoazbrot? Scherzl? Semmö? Soizgebäck?”
Martin: “Salzgebäck, bitte.”
Wurstmann: “Wöchans?”
Martin: “Ein Salzstangerl, bitte.”
Wurstmann: “Gurkerl? Pfeffaroni?”
Martin: “Nein danke.”
Wurstmann: “Wos zum Trinken?”
Martin: “Ja, ein Cola bitte.”
Wurstmann: “Na hearns, Sie san ma oba ka Hüf! - Dosn oder Floschn?”4

Alles verstanden? Falls nicht - was ich bei den meisten Lesern annehme - gibt’s hier die Übersetzung ins Deutsche und eine Auswahl von Büchern von Daniel Glattauer: Weiter lesen…

  1. Printausgabe der österreichischen Tageszeitung “Der Standard” am 15.3.2008
  2. Daniel Glattauer ist seit 1985 als Journalist und Autor tätig und schreibt seit 1989 für den Standard Gerichtsreportagen und Kolumnen. Hier gehts zu seiner Webseite und hier zu seinen geschriebenen Büchern auf Amazon
  3. Eine Stadt in der Nähe von Linz in Oberösterreich
  4. Quelle: 26 Fragen zur Wurst im Online-Standard

St. Johanner/Sainihånser - die Wurst aus Tirol »

Original St. Johanner/Sainihanser mit Senf, Kren und SemmelDie St. Johanner haben die Ehre, hier als erste Wurst ihren Auftritt zu haben - schließlich ist die “Zentrale” der Wurstakademie ja in Tirol. Dazu hat Mag. Peter Fischer, der in der Gemeinde St. Johann in Tirol1  für Kultur zuständig ist und auch im Vorstand des Museumsvereines2 in St. Johann tätig ist, einen spannenden Gastbeitrag geschrieben:

Gerade noch erlaubt, mit Schwarzbrot statt SemmelDie St. Johanner Würstl werden in St. Johann schlicht “Sainihånser”3 genannt. Sie sind stärker geräucherte Schweinswürstl, die nach einem einst streng gehüteten Rezept hergestellt wurden und in ihrer Form etwas länger und dünner sind als etwa herkömmliche Frankfurter/Wiener Würstl. Durch diverse Bestimmungen des Lebensmittelgesetzes musste das Rezept schließlich der Innung bekannt gegeben werden und es durften keine Schweineschwarten mehr verwendet werden, wodurch sich der Geschmack etwas änderte. Inzwischen produziert eigentlich jede Metzgerei in unserer Gegend St. Johanner Würstl, jedoch teilweise nach variierenden Rezepten, die sich somit auch im Geschmack stark unterscheiden können.

Der Hauptplatz von St. Johann mit dem Gasthaus zum Seisl ganz rechtsDie “Sainihånser Wischtl” wurden vor etwa 100 Jahren von Josef Seibl erfunden, dem Wirt des Gasthauses zum Seisl am St. Johanner Hauptplatz. Links auf dem Foto sieht man den Hauptplatz von St. Johann und ganz rechts den Seislwirt wie er vor 100 Jahren ausgesehen hat. Von Josef Seibl existiert leider kein Bild. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die St. Johanner Weiter lesen…

  1. Die Region um die Marktgemeinde St. Johann i.T. ist sowohl im Sommer als auch im Winter für Touristen überaus attraktiv. Hier geht’s zur Webseite der Marktgemeinde St. Johann, hier zur Kurzfassung auf Wikipedia und hier zur Tourismusseite der Ferienregion St. Johann in Tirol
  2. Dieses Museum ist auf alle Fälle einen Besuch wert. Hier gehts zur Webseite des Museums.
  3. “Sainihåns” ist übrigens der regionale Dialektausdruck für die Bezeichnung des Ortes St. Johann in Tirol

Salzburger Kinder und die Wurst »

Kind mit seinem ersten FrankfurterSobald Salzburger Kinder nicht mehr an der mütterlichen Milchbar nuckeln, werden sie auf Wurst geeicht. Das heißt im Klartext, dass man mit Ihnen an einen der Salzburger Märkte geht oder besser gesagt, sie im Kinderwagen dorthin schiebt. Dort wird ein Einspänner bestellt und nun beginnt sie - die Salzburger Wurstkultur. Dazu die gebürtige Salzburgerin Silvia:

“Als Salzburger Stadtkind beginnt die Ausbildung zum Wurstfeinschmecker bzw. zur Wurstfeinschmeckerin im frühen Kindesalter, wie Prof. Wurst so treffend beschreibt. Das Einkaufen auf den zwei schönsten Märkten in Salzburg1, dem Grünmarkt am Universitätsplatz2 und die Schranne am Mirabellplatz3 ist untrennbar mit einem Besuch an einem der Würstlstände verbunden.
Die erste Begegnung mit den Salzburger Würstl am GrünmarktSchon etwas älter, aber schon wurstabhängigDie erste Lektion beginnt mit einer Frankfurter, die von den Eltern oder Großeltern liebevoll für das Kind ein Stück geschält wird - d. h. von Wursthaut befreit wird - und mit dem ungeschälten Ende dem Kind in die Hand gedrückt wird. Das Geschmackserlebniss dieser warmen weichen milden Wurstmasse lässt bald die Mutterbrust vergessen. Das ist der Beginn einer nie enden werdenden Liebe für Würstl, allerdings nur für wirklich Gute. Denn, was an Salzburger Würstlständen geboten wird ist 1A-Qualität, sowohl die Wurst als auch das Gebäck.
Würstlbegeistert und FussballbegeistertHerangewachsen hat dann jeder oder jede WürstlfeinschmeckerIn seinen Liebligswürstlstand inklusive Lieblingswürstl mit speziellem Gebäck. Wenn es vorkommt, dass man später als Salzburger WurstfeinschmeckerIn das Land verlässt und in die große Welt hinaus zieht, dann ist man ewig und meist erfolglos auf der Suche nach dieser vertrauten Wurstkultur. Deshalb ist bei jedem Heimatbesuch in Salzburg Würstlessen am favorisierten Würstlstand eine Pflicht!”

Tja, es gibt wohl keine Stadt, in der die Kinder schon so früh auf Wurst getrimmt werden wie in Salzburg! Danke dir, meine liebste Silvia, für diesen schönen, informativen und gegenderten4 Beitrag!