Landflucht bei Würsten! Das Ergebnis: Die Zürcher 'Stadtjäger'

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Die Zürcher Stadtjäger - eine urbane Wurst Landflucht ist ein Problem! Es ist noch nicht so lange her, als ich eine Doku über Dörfer im Alpenraum sah, ich glaube es war auf ARTE, und es war sehr traurig zu sehen, dass in den Dörfern nur mehr alte Menschen (über)leben. "Die jungen Leute sind alle in die Stadt gezogen, dort wo man Geld verdienen kann. Hier ist das Leben einfach zu hart.", sagen die Übriggebliebenen, mit denen viel Wissen verschwinden wird.1 So ist das leider mit der Landflucht.

Ihr staunt nun aber mit Sicherheit, wenn ich euch sage, dass die Landflucht auch vor Würsten nicht halt macht! Von Landjägern habt ihr hier ja alle schon im Zuge der Vorlesung "Die Wurst und der Kubismus" gehört. Aber nun gibt es sie, die in die Stadt geflüchteten Würste - urbane Würste im wahrsten Sinn des Wortes: Die Stadtjäger von Zürich!

Mika Lanz und seine Zürcher Stadtjäger

Ich sah diese Wurst das erste Mal, als ich vor kurzem die Slow Food-Messe in Zürich2 besuchte und muss zugeben, dass mich diese geniale und zugleich sehr innovative Idee erstens zum Lachen brachte und zweitens den Gedanken formte, warum das einem nicht selber eingefallen ist. Und genau das sind für mich die Merkmale einer genialen Idee: einfach und mit Witz!

Mika Lanz, ein waschechter Zürcher Stadtbürger, ist der Erfinder dieser Wurst der Stadt. Ursprünglich Kameramann, studierte er Lebensmittelwissenschaften an der ETH Zürich3 und arbeitete nebenher bei einem Metzgerlex. So kam Mika zur Wurst!4 Er sagt über seine Stadtjäger Folgendes:

Der Stadtjaeger wird in kleinen Chargen handwerklich hergestellt und ist von Anfang bis Ende ein Zürcher Stadtprodukt. Die Wurst entsteht zu hundert Prozent aus dem Fleisch von hiesig aufgewachsenen Bio-Stadtschweinen. Solche züchtet auf Zürcher Gebiet bislang exklusiv die Familie Götsch auf dem Waidhof5. Die gesamte Verarbeitung, Veredelung und Trocknung der Wurst findet innerhalb der Stadtgrenzen Zürichs statt. Die logistische Gesamtdistanz beträgt somit garantiert weniger als 25 Kilometer. Die handarbeitlich hergestellten Stadtjaeger gibt es nur in Zürich.6

Die Stadtjäger - im Detail und in der Verpackung Die Zutaten der Stadtjäger sind Schweinefleisch und Speck vom Bio-Bauern Götsch, Rotwein, Kochsalz, Nitritpökelsalz, Rohrzucker & Gewürze.

Geschmacklich grandios und sehr intensiv - die Gewürzmischung ist ziemlich perfekt. Eine Scheibchen Stadtjäger herunterschneiden, auf die Zunge legen, Augen zu machen und auf der Zunge zergehen lassen. Wurstiges Kopfkino ist garantiert.

Eines ist nun aber ganz klar: Mit Landflucht habe ich bei Würsten - dank den Zürcher Stadtjägern von Mika - mit Sicherheit auch in Zukunft kein Problem! Bon App!

  • 1. Gott sei Dank gibt es aber doch wieder einige junge Menschen, die nicht wollen, dass alles alte Wissen verschwindet und beginnen wieder, die alten Häuser zu besiedelen und altes Wissen aufsaugen bzw. es wieder neu zu entdecken.
  • 2. Hier geht es zur Webseite des Slow Food Market Zürich, der jährlich im November stattfindet.
  • 3. ETH ist die ABkürzung für: Eidgenössische Technische Hochschule. Und hier geht es zur Unterseite vom Studium der Lebensmittelwissenschaften.
  • 4. Ich liebe Geschichten, wie Menschen zur Wurst kommen! Es gibt so viele unterschiedliche Wege zur Wurst! Toll ist das!
  • 5. Hier geht es zur Webseite der Familie Götsch und ihrem Waidhof.
  • 6. Hier geht es zur Webseite der Stadtjäger inklusive allen Adressen, wo man diese Wurst kaufen kann, z.B. im Berg und Tal-Laden. Leider bekommt man die Würste nur in Zürich. Aber so ist das Konzept. Würde allerdings ab nun empfehlen einen Stadtjäger als Mitbringsel aus Zürich mitzunehmen, anstatt die üblichen Luxemburgerli aus dem Sprüngli-Laden! ;-)
Prof. Wurst