Kategorie: Utensilien

Das Frühstücksbrett/Schneidbrett mit der Wurst »

Das Frühstücks- bzw. Schneidbrettchen mit einem Messer...Kennt ihr das? Ein Geruch/Duft strömt in eure Nase oder ihr hört oder seht etwas und ganz plötzlich denkt ihr in diesem Moment an eine Person oder Situation, an die ihr schon länger nicht mehr gedacht habt, weil die Erinnerung daran irgendwo im Hirn abgelagert wurde und dort verstaubt1? Ich denke, das kennt jeder, oder?! Mir ging es so, als ich in Wien dieses Frühstücksbrett entdeckte. Sofort war ein Bild von meiner Oma und meinem Opa aus Berlin im Kopf, bei denen ich vor ewig langer Zeit immer von solchen Brettchen frühstückte. Oma sagte dann immer: “Willst du noch eine Butterstulle2?” Ich musste lächeln und war gleichzeitig ein bisschen traurig, als ich so spontan an das denken musste.
Das bekannte Muster der Rückseite des Frühstücksbrettchens...Auf den Frühstücks-/Schneidbrettchen von meiner Oma waren damals keine Würste, sondern verschiedene Obstsorten, aber das Muster auf der Rückseite war genau das gleiche und auch das Material und die Größe waren identisch.

Das Frühstücksbrettchen im Albertina-Shop umringt von anderen Brettchen...Dieses Frühstücks- bzw. Schneidbrettchen, das ich im Albertina-Museumsshop3 in Wien um € 9,90 kaufte, trägt den Namen “Für kleine Würstchen” ist 23,5 x 14,3 cm groß, 2mm stark, hitzebeständig bis 150 °C, abrieb- und sogar säurefest, lebensmittel- hygienegerecht und schnittfest ist es auch. Nur ganz scharfe Messer hinterlassen ihre Spuren. Was will man mehr?

Das Paar Frankfurter/Wiener auf dem Brettchen sieht so real aus, dass man die Würstchen am Liebsten gleich in die Hand nehmen und reinbeißen würde. Aber da das nicht geht, ist eines ganz gewiss: Es animiert zum Wurst essen und der Gedanke lässt einen nicht mehr los, bis man endlich ein Würstchen genossen hat… Guten Appetit!

Übrigens widme ich diesen Beitrag meiner Oma und meinem Opa aus Berlin! ;-)

  1. Was manchmal ja gar nicht so schlecht ist… :-D
  2. Zur Erklärung für meine österreichischen Freunde: Eine “Butterstulle” - so sagt man im Norden Deutschlands, in Berlin - ist ein ganz normales Butterbrot…
  3. Zur Albertina-Webseite geht’s hier entlang

Was kommt unter die Wurst: Pappteller oder Porzellan-Teller? »

An einem Würstlstand wird man wohl nie seine Wurst auf einem Porzellan-Teller bekommen und in einem Restaurant oder einem Cafe wird man vergebens auf ein Würstl auf einem Pappteller warten. Ein Spezialfall sind dann noch reine Wurstlokale, Bars und Lokale, in denen die Wurst etwas Besonderes ist. Wie ihr seht, bei der Beantwortung dieser Frage kommt es ganz darauf an, wo man das Würstl bestellt und isst.

Ein Würstl mit Senf und Kren/Meerrettich auf einem Porzellan-Teller. Gar nicht lecker!Zuerst zum Bereich “Restaurants und Cafes”. In fast jedem Lokal, zumindest in Städten in denen die Wurstkultur gepflegt wird, kann man neben anderen ortsüblichen Gerichten auch Würstl bestellen. Dort bekommt man sein Würstl dann auf einem Porzellan-Teller serviert. Und das ist gut so. Denn stell dir mal vor, du sitzt mit Freunden dort, alle bestellen Fische, Steaks oder was auch immer und du ein Würstl. Deine Freunde bekommen ihre Gerichte auf einem Porzellan-Teller und du dein Würstl auf einem kleinen Pappteller. Würde komisch aussehen und passt einfach nicht in ein normales Lokal, würde ich sagen. Da muss sich die Wurst einfach anpassen und es schaut ja nicht schlecht aus, wie man auf dem Foto oben sehen kann. Das habe ich in Salzburg im Cafe Tomaselli1 auf der Terrasse aufgenommen. Eine Wiener/Frankfurter auf einem Porzellan-Teller und in 2 extra Schüsselchen Senf und Kren/Meerrettich. Es verleiht der Wurst irgendwie einen exklusiven Touch. Übrigens bekommt man dort auch sein Red Bull2 nicht in einer Dose, sondern in einer Flasche.

Ein Paar Frische an einem Salzburger Würstlstand auf einem PapptellerNun zum Bereich “Würstlstände”. An allen Würstlständen und Currywurstbuden, sei es nun in Salzburg, Wien, Berlin, Hamburg oder sonst einer Stadt, bekommt man das Würstl auf einem Pappteller und auch das ist gut so. Würstelstände sind im Freien und haben etwas mit Fastfood zu tun, und genau das ist der Hauptgrund, dass es hier keine Teller aus Porzellan gibt. Man geht hin, bestellt, bezahlt und schon hat man sein Würstl in der Hand. Nun kann man sie beim Stand genießen oder man nimmt sie mit und isst sie auf dem Weg. Der Wurststandbesitzer braucht keinen Geschirrspüler, wo sollte er diesen auch Platz haben, und muss auch nicht darauf aufpassen, dass alle Kunden ihre Teller zurückbringen. ;-) Einzig und allein eine Mülltonne wird benötigt. Und die gibt es beim Wurststand oder an jedem Eck unterwegs. Alles funktioniert einfach, schnell und problemlos. Genau so wie man es sich vorstellt.

Und dann gibt es noch den Bereich der reinen “Wurstlokale”, Bars bzw. der Lokale in denen die Wurst etwas besonderes ist. Ich bin einfach der Meinung, dass die Wurst dort auf einen Pappteller gehört! Ok, ich verstehe, dass man etwas Besonderes sein will und man sich von Wurstständen “abheben” will, aber kann man das nur mit Porzellan-Tellern? Ich denke nicht! Wurst und Pappteller gehören Weiter lesen…

  1. Das “Cafe Tomaselli” ist das älteste “original Wiener Caféhaus” Österreichs und wurde 1703 gegründet. Hier geht es zur Webseite des Cafés.
  2. Wer kennt es nicht! Red Bull. Firmensitz in der Nähe von Salzburg. Ob Didi Mateschitz auch öfter in Salzburg eine gute Wurst isst? Ich nehme es an…

Die Designer-Würstlzange »

Nach der ersten beschriebenen Würstlzange, die ja nur billig und sonst nichts ist, stelle ich euch nun eine Würstlzange vor, die etwas besonderes ist. Allerdings nur für Design-Fetischisten. Im Wurstakademie-Praxistest ist sie leider durchgefallen!

Die Scanwood-Wurstzange in "Aktion"Ich habe die Zange1 um rund € 16,00 in München gekauft. Beim ersten Anblick war ich begeistert. Erstens ist sie aus hochwertigem Olivenholz und zweitens ist sie vom Design her bemerkenswert. Die Zange wird nämlich am hinteren Ende nur durch ein dickes Gummiband zusammengehalten, das auch gleichzeitig als Feder wirkt. Eine gute und sehr kreative Idee. Einfach mal was anderes! Aber wenn man die Zange in der Praxis ausprobiert, stößt man bald an ihre Grenzen:

Die Designer-Wurstzange technisch abgebildetDie Zangenseiten sind gerade, an den Enden abgerundet und jeweils 26cm lang, oder besser gesagt: kurz. Aus einem kleinen Topf bekommt man die Würstl schon heraus, ohne sich zu verbrühen, aber aus einem größeren Topf ist es eine Qual. Und beim Grillen kommt man sehr nahe an die Kohlen ran. Leider wird sie auch nicht in einer längeren Variante angeboten.

Der Winkel der Würstlzange ist mit 30° etwas zu viel des Guten. Man braucht einigermaßen große Hände, um sie richtig verwenden zu können. Mit kleinen Händen muss man beim Zusammendrücken etwas mehr Kraft aufwenden, da man die Zange ja ganz hinten nehmen muss und somit steigt auch die Gefahr, dass man sich den Handballen einzwickt, wenn man die Zange wieder aufmacht. Ok, der Kraftaufwand ist jetzt nicht übertrieben hoch und das Einzwicken tut auch nicht ernsthaft weh, aber es sind 2 lästige Tatsachen.

Die Scanwood Wurstzange im Ganzen Die Wurstzange in den Einzelteilen Detailaufnahme des Schafts - offen Weitere Detailansicht des Schafts - geschlossen Ein abgerundetes Ende

Rillen fehlen gänzlich vorne an der Innenseite. Somit flutschen einem immer wieder die Würste in den Topf zurück, oder landen Weiter lesen…

  1. Die Würstlzange ist von der dänischen Firma Scanwood, die mit ihren Produkten schon den einen oder anderen Design-Preis bekam.

Die billige Würstlzange »

Hier beginnt die Suche nach der perfekten Würstlzange. In mehreren Beiträgen kommen wir dann schlussendlich bei der perfekten Würstlzange an, die den Stempel “von der Wurstakademie empfohlen” tragen darf.

Die Würstlzange von Metro - originalverpacktBei Metro habe ich mir vor kurzem einen Pack Würstlzangen gekauft. Die Packung enthält 3 Würstlzangen aus Holz und ist zum Preis von € 2,39 zu haben. Die Zangen schauen ja prinzipiell nicht so schlecht aus, aber man sieht gleich, dass es sich um Massenware pur handelt. Wo die Zangen produziert werden ist nicht ersichtlich, aber ihnen haftet ein Hauch von China-Trash an.

Die Metro-Würstlzange technisch abgebildetNun zum technischen Teil: Die Zangen sind alle gleich lang, nämlich 40cm, und gerade. Der Winkel der Würstlzange ist mit 14° in der Norm. Sie liegt zwar wie ein Brett in der Hand, aber sie erfüllt ihren Zweck, die Würstl ohne sich zu verbrühen/verbrennen aus dem Topf oder vom Grill zu holen. Die 4 Rillen auf jeder Zangenhälfte sind aber nicht wirklich sinnvoll. Schaut zwar nett aus, aber man hätte sich das bei der Produktion sparen können, denn die Hebelwirkung bei einer 40cm-Zange reicht aus, um das Würstl fest im Griff zu haben. Das Holz schaut aus wie Buche, ist es wahrscheinlich auch, allerdings steht das leider nirgends.

Hier noch einige Fotos und Detailansichten der Würstlzangen:

Die Metro-Wurstzange von vorne Die gleiche Zange von hinten Detailaufnahme der Rillen am Zangenende Weitere Detailansicht von den Rillen Detailansicht vom geleimten Ende der Wurstzange

Ich werde diese Würstlzange in den kommenden Wochen ausgiebig testen und euch dann berichten, ob meine Erwartungen an diese Billigwürstlzange, die nicht allzu hoch sind, übertroffen worden sind oder nicht.

Links zum Beitrag:
+ Metro Österreich
+ Metro Deutschland
+ Das Hebelgesetz