By Prof. Wurst on Feb 3, 2010 in Wurstkultur International | 7 Comments
Gestern rief mich eine Journalistin einer Frauenzeitschrift aus München an und fragte mich, ob ich weiß, wer in Deutschland ganz besondere Würste herstellt und verkauft. “Ganz besondere” soll heißen, dass Würste hergestellt werden, die es normalerweise bei uns nicht gibt, also “ausländische” Würste. Das soll jetzt nicht heißen, dass die einheimischen regionalen Würste keine besonderen Würste sind - das will ich hier betonen!
Da ich diesen Punkt, herauszufinden, welche Fleischer solche “ausländischen” Würste herstellen, schon länger auf meiner Liste habe, nehme ich den gestrigen Anruf zum Anlass, dass ich nun euch alle, meine lieben Wurststudenten, um Mithilfe bitte!
Wir suchen Fleischer in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die “ausländische” Würste selbst herstellen. Egal ob Würste zum Kochen, Braten, Grillen oder Hartwürste, aber selbst gemacht müssen sie sein und nicht importiert. Zum Beispiel:
Französische Saucisse de Toulouse, Boudins, Montbeliard,…
- Spanische Longaniza, Morcilla, Chorizo, Sobrasada,…
- Italienische Salsicce, Chipolata, Zampone, Spianata,…
- Rumänisch-Ungarisch-Serbische Batschka,…
- Griechische Sheftalia, Loukaniko,…
- Finnische Mustamakkara,…
- Brasilianische Linguiça,…
- und und und…
Also, wenn es bei dem Fleischer deines Vertrauens solche Würste gibt oder wenn du ein Fleischer bist, der solche Würste herstellt, bitten wir dich, hier ein Kommentar zu hinterlassen, mit der Info, welche Würste dort hergestellt werden. Ort und Adresse bitte auch angeben! Und vielleicht gibt es ja eine Geschichte dazu, wie zum Beispiel Weiter lesen…
By Prof. Wurst on Jul 2, 2009 in Wurstkultur in Österreich | 0 Comments
Genau so will ich die Wurst sehen - kulturell eingebettet. Vom 9. Juli bis zum 8. August 2009 findet in Innsbruck ein prozessorientiertes Projekt statt. Initiator ist kein geringerer als Patrick Baumüller von den uns schon bekannten Wursthaberern und betrieben wird das Projekt von der Tiroler Künstlerschaft.
Worum geht es bei diesem Projekt? Der Vorstand der Tiroler Künstlerschaft gestaltet mit unterschiedlichen Gästen eine frei zugängliche Diskussionsrunde an der großen Tafel in der Stadtturmgalerie. Mit wechselnden GastgeberInnen wird das Thema “Zukunft der Kunst und deren Arbeits- und Kommunikationsweisen” von verschiedenen Perspektiven aus diskutiert. Besonders die zunehmend immer schwieriger werdende Situation für Kunstproduzierende und die öffentliche Förderpolitik sollen bei diesen Diskussionen thematisiert werden. Aktive Beiträge der Besucher sind natürlich erwünscht, jedoch keineswegs verpflichtend. Also keine Hemmungen, einfach hingehen und mal was anderes erfahren und erleben.
Die Gäste und Themen des Tages werden auf der Webseite der Tiroler Künstlerschaft veröffentlicht.
Und was hat nun die Wurst damit zu tun? Abgesehen davon, dass Patrick von den Wursthaberern der Initiator der Veranstaltung ist, soll die Wurst - als günstiges Lebensmittel - symbolisch das Diskussionsthema unterstreichen und natürlich für Gaumenfreuden sorgen. Die Wursthaberer haben dafür sogar eine eigene Wurst kreiert. Wenn ihr die Überschrift nochmal durchlest, erratet ihr sicher, wie der Name der Wurst lauten wird. Ganz genau: sie wird passenderweise “Krise” genannt.
Ich freu mich auf jeden Fall auf die Veranstaltung und werde sicherlich das eine oder andere Mal dabei sein. Ein Höhepunkt wird für mich mit Sicherheit die Frage sein: “Willst du eine Krise?“. Und meine Antwort wird lauten: “Auf jeden Fall! Aber warum nur eine?“.
Und hier noch das Originaltitelblatt der Einladungskarte: Weiter lesen…
By Prof. Wurst on Jan 12, 2009 in Wurstkultur in Österreich | 4 Comments
Patrick Baumüller, Severin Hofmann und Heribert Reich haben 2005 das Projekt “Wursthaberer” ins Leben gerufen. Erstaunlich ist die Herangehensweise ans Thema Wurst. Denn die 3 sind nicht etwa Metzger, sondern sie sind Künstler bzw. Lehrer. Den ersten großen Auftritt
hatten sie 2007 am Gelände der Secession in Wien. Dort gestalteten sie einen temporären Wurststand, den man eigentlich nicht so nennen darf. Es war ein Kunstwerk, ein Wurststand-Kunstwerk! Und dort verkauften sie keine alltäglichen Würste und Senfe, sondern sie brachten die selbst kreierten Wurst- und Senfsorten unters hungrige Volk.
Die 3 Wursthaberer beschreiben ihr Projekt selbst so:
“Auf der Suche nach der richtigen Gewürzmischung in unserem Künstlerleben, verschlug es uns in die heiligen Hallen des Wurstmachens. Die Bekanntschaft mit Heribert Reich ergänzte unseren künstlerischen Schwerpunkt um die genauso wichtige Feinschmecker-Leidenschaft, wie sie für ein kreatives Arbeiten mit Lebensmitteln Voraussetzung ist. Es geht hier aber nicht bloß um die gemeine Speisenzubereitung! Vielmehr ist es die sozio-kulturelle Interaktion mit den beteiligten Menschen, das Streben nach besserer Lebensqualität, das Erforschen der wirtschaftspolitischen Zusammenhänge, sowie der Einblick in die, bis dato fremde, Produktionstechnologie - und zuguterletzt natürlich eine ordentliche Portion Spass, die uns dem ästhetischen und geschmacklichen Thema der Wurst nähergebracht haben.”
Nun alles klar? Eine spannende Sache, wenn man bedenkt, dass sie weder Metzger noch Senfmüller sind, und doch sehr leckere Würste und Senfsorten produzieren. Ich durfte alle schon probieren!
Aber wie man sich denken kann, sind es keine allseits bekannten Produkte, die die 3 Haberer produzieren. Nein, es sind ganz Spezielle - wie die Namen schon andeuten: Lady Thai, Paprikalypse Now, Käsmopolitän und Angus Dei die Wurstsorten und Maestroso, Firestarter und Blue Tooth die Senfsorten!
Die Kurzvorstellung der 4 Wurstsorten:
Lady Thai: Die etwas andere Weißwurst! Eine spezielle Gewürzmischung, Kokosnussmilch, Limettensaft, Zitronengras und Koriandergrün verleihen der Wurst eine raffinierte asiatische Frische.
Paprikalypse Now: Eine sehr schlanke und scharfe Wurst mit mexikanischem Chili und gemahlenem Wacholder. Zuerst merkt man die feine Schärfe gar nicht wirklich. Diese kommt Weiter lesen…
By Prof. Wurst on Jan 9, 2009 in Wurst-Lokalitäten International, Wurstkultur International | 4 Comments
“Ni hau!“ So fängt das E-Mail an, dass mir JudgeReini, ein guter Freund, heute
aus China gemailt hat. Er flog am Mittwoch ins Reich der Mitte um beim 7ten Red Bull Nanshan Open als Judge dabei zu sein. Er arbeitet u.a. bei der Innsbrucker Firma Mellow Constructions, die sich auf Snowpark-Bau spezialisiert hat und nicht nur hier in den Alpen sondern auch in China Snowparks baut. So auch diesen in Nanshan.
Und dort sah er etwas, dass ihn an mich denken ließ.
Ein paar Tage vor seinem Abflug haben wir noch beim Squashen darüber gesprochen und uns gefragt, ob es dort in China wohl Würste
gibt… Tja, und nun ist er hier, der Beweis, dass es auch in China eine Wurstkultur gibt. Vielleicht ist es etwas übertrieben von einer Wurstkultur zu sprechen - ich werde in dieser Richtung einmal etwas nachforschen - aber zumindest kann man dort im Skigebiet an einem chinesischen Würstelstand - anscheinend gute - Würste genießen!
Die Bauweise dieses Wurststandes bringt vielleicht manche zum Schmunzeln. Aber denkt nicht, dass das dilettantisch ist oder gar Anfänger am Werk sein müssen, die ganz einfach nur einen Tisch aufbauen und die benötigten Geräte daraufstellen. Nein, ganz im Gegenteil! Dieses Würstelstand erinnert mich an die Salzburger Wurstkultur mit ihren Wurstständen auf dem Universitätsplatz. Auch dort stehen “nur” Tische mit den Geräten drauf und einen Regen- bzw. Sonnenschutz darüber. Schaut minimalistisch aus, ist es auch, aber es gibt wenige Städte, die die Wurstkultur so zelebrieren wie die Salzburger. Es kommt nämlich immer auf die Wurst an, nicht auf das drumherum! Das weiß ich aus eigener Erfahrung! Was nützt denn der schönste Wurststand, wenn die Würste von minderer Qualität sind? Nichts!
Ich wär ja sehr gespannt auf eine echte chinesische Wurst! Hat jemand von euch denn schon Erfahrungen mit chinesischer Wurst gemacht? Ich bin gespannt!
JudgeReini, noch viel Spass in China und Thailand! Genieß die Zeit und die Sonne!!!
By Prof. Wurst et al. on Sep 9, 2008 in Wurstkultur in Österreich | 2 Comments
Sobald Salzburger Kinder nicht mehr an der mütterlichen Milchbar nuckeln, werden sie auf Wurst geeicht. Das heißt im Klartext, dass man mit Ihnen an einen der Salzburger Märkte geht oder besser gesagt, sie im Kinderwagen dorthin schiebt. Dort wird ein Einspänner bestellt und nun beginnt sie - die Salzburger Wurstkultur. Dazu die gebürtige Salzburgerin Silvia:
“Als Salzburger Stadtkind beginnt die Ausbildung zum Wurstfeinschmecker bzw. zur Wurstfeinschmeckerin im frühen Kindesalter, wie Prof. Wurst so treffend beschreibt. Das Einkaufen auf den zwei schönsten Märkten in Salzburg, dem Grünmarkt am Universitätsplatz und die Schranne am Mirabellplatz ist untrennbar mit einem Besuch an einem der Würstlstände verbunden.

Die erste Lektion beginnt mit einer Frankfurter, die von den Eltern oder Großeltern liebevoll für das Kind ein Stück geschält wird - d. h. von Wursthaut befreit wird - und mit dem ungeschälten Ende dem Kind in die Hand gedrückt wird. Das Geschmackserlebniss dieser warmen weichen milden Wurstmasse lässt bald die Mutterbrust vergessen. Das ist der Beginn einer nie enden werdenden Liebe für Würstl, allerdings nur für wirklich Gute. Denn, was an Salzburger Würstlständen geboten wird ist 1A-Qualität, sowohl die Wurst als auch das Gebäck.
Herangewachsen hat dann jeder oder jede WürstlfeinschmeckerIn seinen Liebligswürstlstand inklusive Lieblingswürstl mit speziellem Gebäck. Wenn es vorkommt, dass man später als Salzburger WurstfeinschmeckerIn das Land verlässt und in die große Welt hinaus zieht, dann ist man ewig und meist erfolglos auf der Suche nach dieser vertrauten Wurstkultur. Deshalb ist bei jedem Heimatbesuch in Salzburg Würstlessen am favorisierten Würstlstand eine Pflicht!”
Tja, es gibt wohl keine Stadt, in der die Kinder schon so früh auf Wurst getrimmt werden wie in Salzburg! Danke dir, meine liebste Silvia, für diesen schönen, informativen und gegenderten Beitrag!