Eine Wurst - viele Namen: Frankfurter, Wiener, etc.
Von Prof. Wurst am Sep 30, 2008 in Wurst
Die meisten Menschen denken, dass es sich hier um eine Wurstsorte handelt. Aber genau genommen haben wir es mit drei verschiedenen Wurstsorten und mit sage und schreibe acht verschiedenen Namen zu tun. Die wenigsten wissen, warum es so viele Bezeichnungen gibt und warum man beispielsweise in Wien keine Frankfurter bekommt, wenn man eine Wiener bestellt. Um diese immer wiederkehrenden (sprachlichen) Schwierigkeiten zu beseitigen, habe ich das Thema hier auf den Punkt gebracht.
Zuerst zum Unterschied von Frankfurter Würstchen und Frankfurter. Obwohl die beiden Würste fast gleiche Namen haben, sind es doch zwei grundverschiedene Würstel. Das Frankfurter Würstchen ist in der Gegend um Frankfurt am Main schon seit dem 13. Jahrhundert bekannt und seit ca. 1860 als geografische Herkunftsbezeichnung geschützt. Es besteht ausschließlich aus Schweinefleisch im Gegensatz zur Frankfurter. Diese besteht zusätzlich aus Rindfleisch und wurde 1805 in Wien von einem in Frankfurt ausgebildeten Metzger1 erfunden. Er nannte sie ganz einfach Frankfurter.
Also wie gesagt, Frankfurter Würstchen und Frankfurter sind 2 verschiedene Würste, die eine ist die Frankfurter Variante und die andere, die wohl weltweit bekanntere, ist die Wiener Variante.
Wie wird nun die Wiener Variante in den verschiedenen Ländern bezeichnet?
- Deutschland, USA, Kanada: Wiener, Wiener Würstchen
- USA, Kanada: auch Frankfurter
- Schweiz: Wienerle
- In der schwäbischen Region: Saitenwurst, oder kurz: Saiten
- In den Touristenregionen Spaniens, Italiens & Frankreichs: Wurstel - mit “u”.2
Alle, die zu Frankfurtern Wiener sagen, sollten in Österreich aufpassen. Denn wenn ihr in 
Österreich eine Wiener bestellt, bekommt ihr mit Sicherheit keine Wurst, die man in den Händen halten und in Senf tunken kann, sondern eine Aufschnittwurst. Keine Frage, ihr könnt sie dann immer noch zusammenrollen und mit Senf genießen und so tun, als hättet ihr eine Frankfurter. Aber ihr outet euch damit eindeutig als Wurstdilettant!
Und dann gibt es da noch eine weitere österreichische Abwandlung der Frankfurter, das Sacherwürstel. Diese Wurst wurde vom Wursthersteller Trünkel3 in Wien erfunden und ist etwas länger als die normale Frankfurter und hat einen noch feineren Geschmack.
So, jetzt sollte alles klar sein! Von nun an braucht niemand mehr Angst haben, in einem anderen Land nach der Wurstbestellung entweder die falsche Wurst in der Hand zu halten oder überhaupt nur mit großen Augen angesehen zu werden.
Weitere Berichte zu Frankfurter und Sacherwürstel werden folgen…
- Der Name des Metzgers war: Johann Geor Lahner, weitere Infos zu ihm auf Wikipedia ↩
- Das ist kein Schreibfehler, aber in diesen Ländern kan man ja kein Umlaut “ü” aussprechen. ↩
- Von diesem Wursthersteller gibt es auch das schon von uns beschriebene und empfohlene Würstelstandspiel ↩





also wegen wiener und Senf.
bei den schweizern Metzger ist der Senf vepöhnt.
bei uns heisst es, zu einer guten Wurst braucht es kein Senf.
Schön, dass nun auch die Schweizer auf die Wurstakademie aufmerksam geworden sind. Bist einer der Ersten!
Wurst und Senf ist so ein Thema. Keine Frage, bei vielen Wurstständen bekommt man eine Menge Senf dazu um die miese Qualität der Würste zu überlagern.
Eine gute Wurst kann man problemlos ohne Senf genießen, keine Frage. Aber es gibt viele gute Senfsorten, die den Geschmack der Wurst unterstreichen und sogar noch mehr aufwerten, dass man auf Senf in der Regel nicht verzichten sollte. Die Wurstkultur ist mit der Senfkultur, zumindest hier in Österreich und Deutschland, stark verbunden. Was allerdings nicht heißt, dass es in diesen Ländern keine qualitativ hochwertigen Würstl gibt, das Gegenteil ist der Fall.
PS: Deine auf deiner Seite angepriesenen “Wildschüblig” würden mich sehr interessieren. Diese Wurst kenne ich noch nicht…
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