Moutarde Violette - Der violette Senf aus Frankreich
Von Prof. Wurst am Sep 27, 2008 in Senf & Co
In Brive, eine Stadt in der französischen Provinz Limousin1, gibt es eine kleine Likör-Manufaktur namens “Denoix”2, die exklusiv den violetten Senf, der im Laufe der Jahrhunderte in Vergessenheit zu geraten schien, wieder herstellt und vertreibt. Ich denke, dass es viele Senf-Feinschmecker gibt, die Denoix dafür danken, dass sie die “fée en robe violette”3 wieder auferstehen ließ!
Die Basis dieser im 14. Jahrhundert kreierten Senfrezeptur ist ein Traubenmost, der mit Wein und einer speziellen Gewürzmischung verfeinert wird und so dem Senf seinen typischen süßlich, sauren und scharfen Geschmack verleiht. Natürlich wird der Senf ohne Konservierungsstoffe und Farbstoffen produziert.

Die Geschichte, die sich hinter diesem violetten Senf verbirgt, klingt spannend. Papst Clemens VI.4, der in Corréze geboren wurde und auserwählt war von 1342 bis 1352 als Papst der kaholischen Kirche in Avignon zu residieren, erinnerte sich in den Tagen seiner Regentschaft, dass es in seiner Heimatregion diesen speziellen Senf gab, auf den er nicht verzichten wollte und der ihn ein wenig an sein zu Hause erinnerte. Also ließ er Senfhersteller vorladen und Messire Jaubertie, der aus Turenne in der Nähe von Brive kam, wurde auserkoren diesen speziellen Senf für Clemens VI. herzustellen. Er war so erfolgreich mit seinem violetten Senf, dass er sogar “Grand Moutardier du Pape”5 genannt wurde.
Der “Moutarde Violette” paßt bestens zu Wurst, besonders zu Blutwurst, kaltem Fleisch, Gepökeltem und Fisch. Marinieren kann man damit Hasen- und Wildfleisch. Und ein ganz spezieller Tipp zum Schluss: Ersetze mal das Ei beim Panieren mit diesem Senf. Köstlich!
Bestellen kann man diesen Senf bald bei uns…
- Die Region Limousin liegt in Mittelfrankreich, westlich des Zentralmassivs und grenzt an die Regionen Centre, Auvergne, Midi-Pyrenäen, Aquitanien und Poitou-Charentes. ↩
- Die Firma “Denoix” im Web, die englische Version ↩
- Auf Deutsch: “Die Fee im violetten Kleid” ↩
- Mehr zu Clemens VI. auf Wikipedia, und noch mehr auf der englischen Wikipedia-Seite ↩
- Auf Deutsch: “Großer päpstlicher Senfbewahrer” ↩


Wenn ich mir den Löffel Senf so ansehe, bekommt man eher Lust, einen Löffel Heidelbeereis zu schlecken.
Witziger Beitrag, mal ein etwas anderer Beitrag über Senf, super Foto!
Heidelbeereis war auch mein erster Gedanke, als ich den Senf sah. Aber ist ein komisches Geschmackserlebnis, wenn man an Heidelbeereis denkt und den scharfen Senf kostet…
wow, ein Senf der perfekt zu den Farben der heurigen Wintermode passt, da ist man selbst beim Wurstessen “to be in fashion”. Danke Prof.Wurst für diesen trendigen Beitrag.
Das ist mir noch gar nicht in den Sinn gekommen. Naja, mit Mode habe ich es ja nicht so. Aber ich habe mich schlau gemacht und der Bericht passt wirklich perfekt zu der violetten Mode, die es nun überall zu kaufen gibt…. Welch ein Zufall!
naja, nette Geschichte, allerdings hat der Papzt den senf herstellen lassen wegen seiner Violetten Robe (er wollte die gelben Flecken vermeiden die direkt ins Auge fallen, im Mittelalter gab es noch kein ARIEL ULTRA) und nicht weil er sich erinnerte….
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